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Workshops: Entwicklung von Plastikvermeidungsstrategien

19-11-2018 10:00

Um neue Strategien zur Plastik(müll)vermeidung einschließlich Entsorgung und Recycling zu diskutieren und zu entwickeln, fanden vom 19.11. bis 21.11.2018 am TUM Campus Straubing drei Workshops statt.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen haben hierzu mit Praxispartnern über verschiedene Strategien zur Plastik(müll)vermeidung diskutiert. Beteiligt waren Vertreter der Le-bensmittel- und Textilindustrie, des Handels und des Verbraucherschutzes ebenso wie Packmittelhersteller und Entsorger sowie Repräsentanten ei-nes Kunststoffverbands.

Im Bereich Lebensmittel wurde vom Fraunhofer IVV - Institut für Verfah-renstechnik und Verpackung eine Verpackungsalternative aus biobasierten und biologisch abbaubaren Kunststoffen für die Beschichtung von Papier vorgestellt. Dieser PHBV genannte Kunststoff wird mit Hilfe von Mikroorga-nismen organisch produziert und baut sich auch in Wasser ab, wodurch es zu keiner Mikroplastikansammlung bei dessen unbeabsichtigter Freiset-zung in die Umwelt kommt. Bei den Vertretern des Einzelhandels stieß die-ses Material grundsätzlich auf Interesse. Zunächst soll die Akzeptanz bei Verbraucherinnen und Verbrauchern getestet werden. Die Projektpartner EDEKA Stadler & Honner, Hofpfisterei und Biokäse Maly werden hierzu dieses innovative Material in einer Probephase verwenden. Von Seiten der Entsorger bestand zu diesem Material noch Klärungsbedarf hinsichtlich der Unterscheidbarkeit von nicht-bioabbaubaren Materialien sowie der Ge-schwindigkeit des Abbaus bei verschiedenen biologischen Verwertungs-prozessen.

Im Bereich Bekleidung wurde vom Unternehmen Urbanmaker aus Münster ein innovatives Recyclingverfahren vorgestellt: Aus im Einzelhandel anfal-lenden Plastikabfällen können mittels eines 3D-Druckers individuelle und regionale Produkte oder Ersatzteile hergestellt werden. Dabei reicht die Palette von Rucksackschnallen bis hin zu Kunststoffformen. Der regionale Einzelhandel - auf dem Workshop vertreten durch das Modehaus Hafner, Intersport Erdl und das Modehaus Blach - könnte hierfür die entsprechen-den Wertstoffe liefern.

Beim Thema Entsorgung und Recycling waren sich die Workshopteilneh-mer einig, dass Mülltrennung und die damit verbundene Sortierung der Kunststoffe sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch den Handel und Ent-sorgungsunternehmen aufgrund der Vielzahl an verschiedenen Kunststof-fen und Verbundverpackungen vor Herausforderungen stellt. Eine Verein-fachung der Trennung bzw. eine Reduktion der Anzahl der verwendeten Materialien bei Verpackungen sowie eine bessere Kennzeichnung würden die Mülltrennung und damit das Recycling erleichtern. Alle Ergebnisse des Workshops finden Eingang in die weiteren Arbeiten des Forschungsprojektes. In der vom Projekt entwickelten „Plastik-App“ wird eine leicht verständliche, verbraucherfreundliche „Entsorgungs-Fibel“ inte-griert: Somit kann dieses Anwendungsprogramm Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht nur beim Kauf eines Produktes, sondern auch bei des-sen Entsorgung eine Entscheidungshilfe geben.